Kirchhofer, Strategie und Wahrheit | frameset

Die Frau als keusches Subjekt und die Wahrheit des Geschlechts

Keuschheit und die Position der Frau

Ein Teil der Ausführungen zur modesty in der Whole Duty of a Woman sowie große Teile der Abschnitte zu den drei Lebensstadien sind aus The Ladies Calling kondensiert. Die Bemerkungen zur Tugend der Keuschheit, die sich im ersten Kapitel zu den "moral and divine virtues" finden, sind ebenfalls vertraut; sie stammen zwar nicht, wie der Anklang des Titels vermuten lassen könnte, aus der Whole Duty of Man, sind aber aus Taylors Holy Living zusammengestellt und größtenteils wörtlich wiedergegeben.1 Dazu kommt allerdings noch mehr: An das Kapitel zur "Duty of Virgins" schließt das Kompendium eine "Whole Art of Love" an. Ovidische Assoziationen sind fehl am Platz, doch die taktischen und strategischen Erwägungen, die bereits unter dem Stichwort der "arts and politics of love" zur Sprache kamen, sind aufgerufen. Es handelt sich um eine Anleitung für die schwierige Übergangsphase vom Jungfernstand zur Ehe mit Richtlinien für den richtigen Umgang mit werbenden Männern:

[...] that you might not rush upon so weighty a Thing [i.e. die Ehe, A.K.] rashly, or unadvisedly, I shall (to conclude the Virgin State) lay down some Rules and Directions, that will not only be a sure and safe Conduct, to such as are placed in Stations of Eminency, but even to those of lower Degrees; so that the meanest may raise her Fortune by them: For I have often observed, thro' cautious and prudent Management in Matters of Love, many poor Virgins are initiated into Families by Marriage, that have not barely enriched them, but give such Reputations and Credit to Vertues, that they have outshined those that a little before looked down upon them with Disdain and Contempt. (WDW 1695: 41)

Nicht nur das Sichern der sozialen Position, sondern gar gesellschaftlichen Aufstieg verspricht das richtige Verhalten in Liebesdingen. Als Modell dient die junge Dame aus den höchsten Schichten.2 Sie soll jeden Bewerber, der in Betracht gezogen zu werden verdient, an ihre Eltern und Familie verweisen, ohne diese keine Schritte tun und sich nicht allzu leicht erobern lassen, um nicht als leichte Beute geringgeschätzt zu werden. Für junge Frauen der mittleren Schichten gelten dieselben Regeln der Behutsamkeit, doch solle man sich nicht ganz so reserviert verhalten und sich keine airs geben (WDW 1695: 47). Das Recht auch der Dienerinnen auf eine Heirat wird ausdrücklich erwähnt, wobei ihr Glück von ihrer modesty, discretion und watchfulness abhängig gemacht wird (WDW 1695: 49 f.).

Bemerkenswert ist aber schon, daß die Partnerwahl an den Übergang vom Jungfernstand zum Ehestand gesetzt wird. Partnerwahl ist hier Aufgabe, Pflicht und also auch Teil des Handlungsspielraums der Frau und obliegt nicht mehr von vorneherein ihren Eltern oder 'Freunden'. Insgesamt lassen sich Einlassungen dieser Art mühelos mit der Perspektive des Verhaltensratgebers in Einklang bringen, auch wenn Advice to a Daughter die Eheanbahnung ausdrücklich nicht unter die Bereiche rechnete, in denen man mit "modesty, discretion and watchfulness" zu einem erwünschten Ergebnis käme. Die Betonung des bestmöglichen Wahrnehmens aller Gelegenheiten und des umsichtigen und überlegten Handelns ist beiden Texte gemeinsam.

In Advice to a Daughter wurde schon ausdrücklich die Religion als ein wichtiger Bestandteil des gelingenden Lebens einer Frau hervorgehoben. Der Rückgriff auf The Ladies Calling und Taylors Holy Living bringt nun auch jene alternative Form der Problematisierung von Leidenschaften und Geschlecht ins Spiel, die noch nicht explizit Teil von Advice to a Daughter war. So werden die oben beschriebenen Keuschheitshandlungen etwa in der folgenden aus The Ladies Calling genommenen Passage aufgerufen:

Every Indecent Curiosity, or Impure Fancy, is a deflowring of the Mind [...] For between the State of Pure unspotted Virginity and Prostitution, there are not many Intermedial Steps, and if you make any of them, it is so far a departing from your Integrity. [...] There is therefore a most rigorous caution required herein; for as nothing is more Clean and White than perfect Virginity, so the least soil or spot is the most discernable. (WDW 1695: 26)

Die Notwendigkeit der Selbstüberwachung wird der Jungfrau nicht vorrangig unter dem Aspekt der Sicherung ihrer sozialen Position, sondern unter dem der Erhaltung einer innerlichen Reinheit nahegebracht.

Interessant ist dabei, daß die Original-Passage lautet: "[...] between the state of pure immaculate Virginity, and arrant prostitution, there are many intermedial steps [...]" (Ladies Calling 161). Während The Ladies Calling den Akzent auf die große Vielfalt der Situationen und Handlungen legt, in denen jungfräuliche Reinheit von Befleckung bedroht ist, wird durch die Negation dieser Vielfalt ("there are not many Intermedial Steps") die unmittelbare Nähe des Abgrunds herausgestrichen, angesichts derer schon jeder einzelne Schritt zu weit geht. Aber gleich ob viele oder wenige Schritte die Reinheit vom Abgrund der Prostitution trennen, es sind die Handlungen der Keuschheit, die vonnöten sind, um sich zu bewahren, und nicht taktisch kluge Reaktionen auf eine Situation.

Wenn nun die formalen Detailanweisungen zur Selbsterforschung und die mitgelieferten Bekenntnisse und Gebete, die das Frömmigkeitshandbuch ebenfalls zur Verfügung stellte, nicht in die Whole Duty of a Woman aufgenommen sind, so ist auch dies als Modifikation und nicht als Wegfall von Subjektivierungstechniken zu werten. Ein 1737 zuerst erschienenes Werk, das ebenfalls den Titel The Whole Duty of a Woman3 trägt, thematisiert diese Modifikation ausdrücklich als eine Überbietung der formalen Vorlagen in den Frömmigkeitswerken. In dem einleitenden Abschnitt "Of Religion" (dem andere zu den Tugenden und dann zu den Pflichten der einzelnen Lebensabschnitte folgen, bevor ausführliche Kochrezepte beginnen) heißt es zum Thema permanenter Frömmigkeit:

This casual Devotion arising from the Observation of ourselves, under the common Circumstances of Life (altho' it can have no set Times and Forms prescrib'd to it) will be very effectual to produce, preserve, and increase a true Sense of Religion within us. And if you are pleas'd to apply your Thoughts hereunto, as occasion shall direct you, this Devotion will soon become habitual, customary and easy: And its Returns which will be frequent and short, will be a continual Restraint from evil-doing, and an actual Exercise of Virtue. (Whole Duty of a Woman, 1737: 16 f.)

Es geht also nicht um den Wegfall der regelmäßigen Frömmigkeitsübungen, sondern diese haben sich sozusagen von den stützenden Vorgaben freigeschwommen und sind in die Persönlichkeit übergegangen. Dies beweist die unmittelbar an den zitierten Absatz anschließende Abgrenzung gegen den Kontext, in dem die Selbsterforschung in der anglikanischen Praxis ihren Platz hatte. Kritisiert wird zunächst das Standardisierte, der mangelnde individuelle Zuschnitt der formalen Selbsterforschung und des vorgegebenen Bekenntnisses:

This Exercise is commonly reserv'd to be perform'd all at once, in an actual Preparation before receiving the Sacrament of the Lord's Supper; which is usually perform'd by help of an artificial Catalogue of Sins methodically collected out of the Ten Commandments, according to which Catalogue set Forms of Confessions are drawn up, which the Preparant is to take upon Content, and without any sort of Judgment or Discretion of his own, he confesses himself guilty of all the Sins therein mention'd, together with all their Aggravations, tho', it may be, many of them were of such a heinous Nature as never enter'd his heart to commit. (Whole Duty of a Woman, 1737: 17)

Weiterhin wird kritisiert, daß Selbsterforschung und Bekenntnis ganz bestimmten Zeiträumen vorbehalten sind und somit aus der täglichen Praxis ausgegrenzt würden:

[...] is these Catalogues and confessional Forms are read over once a Quarter of a Year, or, it may be, once a Month against the usual Sacrament-Day, the Work of Preparation is thought to be well pass'd over. But sure it is better to keep a constant customary Watch over ourselves, and upon the first Discovery of any evil Design or Action, immediately to retract it within our own Hearts, as in the Presence of God, and by mental Prayer, proper to the Occasion, arm oneself against committing the likes for the future. Hereby you discharge a Duty in its proper Season, which is better than to dely it to a prefix'd Distance of Time [...] (Whole Duty of a Woman, 1737: 17)

Ständige Selbsterforschung und permanente Bekenntnisbereitschaft werden also gegen eine Frömmigkeit gesetzt, die sich nach Zeitplänen richtet. Die Bekenntnispraxis, zu der die Whole Duty of Man anleitete, fällt damit nicht etwa weg, sondern wird modifiziert und soll überboten werden, indem eine noch größere Verinnerlichung angestrebt wird, welche die formalen Vorgaben dieser wohlvertrauten Bücher überflüssig machen soll.

Gerade die Whole Duty of a Woman von 1737 zeigt auch in ihren Quellen, daß sie die beiden Perspektiven der Sicherung der Position in der Familie und der Rettung der Seele miteinander kombiniert. Der Text ist weitgehend eine Kombination von The Ladies Calling und von Advice to a Daughter.4 Werke wie The Whole Duty of a Woman haben ihr Spezifikum offensichtlich nicht in einem oder mehreren ihrer verschiedenen Komponenten, sondern in der Zusammenstellung all dieser Komponenten unter dem Aspekt des Geschlechts des prospektiven Rezipientenkreises.5

Steeles Ladies Library (1714): Keuschheit, Bildung und das Wesen der Frau

Die im vorigen Abschnitt beschriebene Umstellung des Auswahlkriteriums hat Konsequenzen für die Problematisierung von Leidenschaften und Geschlecht. Es geht nun nicht mehr um die Geschlechtlichkeit des christlichen Subjekts, sondern der Frau. Die Kombination von Strategie und Wahrheit in der Perspektive des Pflichtkompendiums hat eine doppelte Folge: Einerseits läßt sich nun die Bemühung der Frau um die Sicherung ihrer sozialen Position immer zugleich unter dem Aspekt der Wahrung ihrer Keuschheit, also als Teil ihres Selbstverhältnisses reflektieren. Im Gegenzug erhalten die Handlungen der Keuschheit, die ja im Frömmigkeitshandbuch geradezu beharrlich den Fokus der Auseinandersetzung mit dem Geschlechtlichen immer wieder von der Beziehung zum anderen weg auf die Beziehung zu sich selbst lenken, nun eine strategische Dimension: Keuschheit dient nicht mehr allein der Rettung der Seele in ein nächstes Leben hinein, sondern eben schon der Sicherung der eigenen Position in Familie und Gesellschaft. Hier liegt die Basis für einen Konflikt über die Wahrheit des Geschlechts: Ist die Frau dem Wesen nach keusch oder aber taktisch klug? Als unterschiedliche Modelle weiblicher Subjektivität treten die alternativen Formen der Problematisierung unter den Aspekten der Wahrheit bzw. der Strategie zueinander in Konkurrenz. Steeles Ladies Library belegt, daß gerade die Keuschheitshandlungen des Frömmigkeitshandbuchs eine entscheidende Rolle in einem Frauenbild spielen, das gegen eine etwa von Behns Sylvia verkörperte Sicht der Frau gewendet ist. Manleys Rivella läßt sich im anschließenden Abschnitt kontrastiv als Dokument der (nicht beherrschend gewordenen) Entwicklungsmöglichkeiten eines weiterhin vor allem auf der strategischen Problematisierung von Leidenschaften und Geschlecht basierenden Frauenbilds lesen.

Ladies Library

Die 1714 in drei Bänden erschienene Ladies Library gehört zu den Werken, die als Zusammenstellung aus den Frömmigkeitshandbüchern des 17. Jahrhunderts alles für die Situation der Frau Relevante zusammenfassen wollen. Auch die Ladies Library trägt auf dem Titelblatt nur die verbreitete Verfasserangabe "Written by a Lady", doch findet sich der ergänzende Hinweis: "Published by Mr. Steele". Der Kompilationscharakter des Werks wird, anders als in The Whole Duty of a Woman, offen erklärt und zur Grundlage der Positionsbestimmung des Texts gemacht: Ausweis der Nützlichkeit der Ratschläge ist nicht die angebliche Lebenserfahrung einer älteren Person, die zum Nutzen der Leser und Käufer niedergeschrieben wird, sondern gerade die Herkunft der Passagen "out of the several Writings of our greatest Divines" (Ladies Library, vol. 1, A7r), wie es im Preface zum ersten Band der Ladies Library heißt.

Sir Richard Steele stellt sich in dieser elaboraten Vorrede als Herausgeber, als "Gentleman-Usher" (Ladies Library, vol. 1, A9v) der jungen Dame vor, die die Texte zunächst für ihren eigenen Gebrauch zusammengestellt hatte:

They were referred to me as what were at first intended by the Compiler for a Guide to her own Conduct, and if thought worth publishing, to be of the same Service to others of her Sex, who have not the same Opportunities of searching into various Authors, and laying before themselves, by that means, all the different Relations in which they are, or may be engaged. (Ladies Library, vol. 1, A7v-A8r)

Diese ungenannt bleiben wollende junge Dame6 hat also aufgrund einer gewissen Belesenheit selbst die Zusammenstellung der für sie wesentlichen Orientierungspunkte der weiblichen Existenz vorgenommen. Sie hat, mit anderen Worten, Passagen aus Frömmigkeitshandbüchern zu einem Verhaltensratgeber für sich selbst zusammengestellt.

In ihrer Introduction beschreibt sie den Impuls, aus dem heraus sie die Kompilation unternahm. Es geht ihr darum, eine ganz bestimmte Sicht vom Wesen der Frau zu etablieren, und sie tut dies in Absetzung von einem geläufigen Begriff vom Wesen der Frau, den sie als unangemessen und erniedrigend empfindet. Mit Beispielen aus den "most polite Writers of the Age" (Ladies Library, vol. 1, 2) sie zitiert Otway, Milton und Dryden belegt sie, daß die Darstellung des weiblichen Geschlechts in der Literatur von "general and undistinguished Aspersions" (Ladies Library, vol. 1, 2) geprägt sei. "Affectation, Coquettry, Falshood, Disguise, Treachery, Wantonness and Perfidiousness" (Ladies Library, vol. 1, 5) seien die Eigenschaften, die man dem ganzen weiblichen Geschlecht pauschal zuschreibe. Dabei bezieht sie sich nicht auf die Darstellung bestimmter Frauengestalten im Drama oder im Epos. Sie greift Passagen heraus, in denen eine männliche Figur aus Zorn oder Enttäuschung allen Frauen das Unrecht, das ihm von einer anderen, weiblichen Figur angetan wurde, zum Vorwurf macht und das Verhalten dieser einen Person aus dem Wesen der Frau ableitet.

Sie sieht in der Tat den Einwand voraus, der die misogyne Vehemenz der Passagen aus der Figurenzeichnung oder dem dramatischen Kontext heraus erklären wollte: "It may be said for these Writings, that there is something perhaps in the Character of those that speak, which would circumstantiate the thing so as not to make it a Reproach upon Women as such" (Ladies Library, vol. 1, 4). Doch gerade aus der Tatsache, daß die Verfasser sich solcher Mittel zur poetischen Gestaltung bedienten, lasse sich ihre fundamentale Misogynie ableiten: "if the Author had right Sentiments of Woman in general, he might more emphatically aggravate an ill Character, by Comparison of an ill to an innocent and virtuous one, than by general Calumnies without Exception" (Ladies Library, vol. 1, 4). In Reaktion auf eine solchermaßen als kulturell vorhanden ausgewiesene Sicht des Wesens der Frau sollen die Anleitungen der Ladies Library zur Basis für die Etablierung eines anderen Frauenbilds werden:

I believed it therefore the safest and surest Method of gainsaying such light Accounts of our Sex to think them a truth, 'till I had arrived by the perusal of more solid Authors, to a Constancy of Mind and settled Opinions of Persons and Things, which should place me above being pleased or dissatify'd with Praise or Dispraise, upon account of Beauty or Deformity, or any other Advantages or Disadvantages, but what flowed from the Habits and Dispositions of my Soul. (Ladies Library, vol. 1, 5 f.)

Anstatt also wie Halifax' Advice to a Daughter von der je persönlichen Lebenssituation auszugehen und zu deren bestmöglicher Gestaltung anzuleiten, ist die gelebte Praxis hier die Basis für die Instauration einer (nach eigener Aussage der Kompilatorin) neuen Wahrheit über das Wesen der Frau.

Keuschheit und Keuschheitshandlungen sind für die Bestrebung der Ladies Library von zentraler Bedeutung. Sie stellen eine starke Alternative zu einer Problematisierung von Leidenschaften und Geschlecht dar, wie sie etwa im vorigen Kapitel an Aphra Behns Love Letters aufgewiesen wurde. Die strategischen Erwägungen, die in ihrer negativen Form als "Affectation, Coquettry, Falshood, Disguise, Treachery, Wantonness and Perfidiousness" (Ladies Library, vol. 1, 5) diffamiert werden, verweisen gerade auf eine Einstellung, die nach der Stärke bzw. Schwäche der eigenen Position, nach der Wirkung von bestimmten Faktoren oder von Schritten einzelner Beteiligter fragt. Alle Figuren der Liebesintrige stellten derartige Erwägungen an. Wenn sich die Kompilatorin den "solid Authors" zuwendet, um auf diese Weise ihre Seele so zu formen, daß deren "Habits and Dispositions" zu ihrer Identitätsgrundlage werden, dann wendet sie sich genau von solchen strategischen Reflexionen ab. Sie will nicht nur ihre strategische Position modifizieren für ihre neue Position soll gerade charakteristisch sein, daß sie der strategischen Reflexion insgesamt den Rücken kehrt. Keuschheit und Keuschheitshandlungen sind ein entscheidender Faktor in einer Strategie, die sich gegen die Vertreter und die Effizienz der strategischen Problematisierung von Leidenschaften und Geschlecht richtet, da sie ihr die Problematisierung von Leidenschaften und Geschlecht unter dem Aspekt der Wahrheit entgegensetzen kann. Die permanente Aufmerksamkeit auf die verdeckte Präsenz des Fleisches in Gedanken, Worten, Handlungen, Gesten usf. ersetzt die Frage nach Vor- und Nachteilen als Reflexionsbereich.

Es gehört zu der Strategie, die die Keuschheitshandlungen einsetzt, daß sie durch die Berufung auf die "most eminent of our Divines" eine Autorität in Anspruch nimmt, der schwer zu widersprechen ist und die ebensoschwer zu überbieten sein dürfte. Steele hebt dies im Preface ausdrücklich hervor: "As to the Work it self, I find it will not be possible to arraign any Sentiments in it without falling upon some eminent Divine from whom this Lady has borrowed her Thoughts [...]" (Ladies Library, vol. 1, A9r-A9v). Der Abschnitt "Chastity" im ersten Band der Ladies Library ist dann fast wörtlich aus Taylors Holy Living übernommen7 und wirft somit das Prestige dieses Texts und des Kontexts, dem er entstammt, für das gesamte Projekt der Ladies Library in die Waagschale. Die Ladies Library setzt die Keuschheitshandlungen des Frömmigkeitshandbuchs in einer Kontroverse um das Wesen der Frau ein, in der sie selbst spezifisch Position bezieht.

Dabei ist die Rolle der Keuschheit insgesamt eine taktische, denn die Zielsetzung der Ladies Library wäre gänzlich fehlgesehen, wollte man sie in der Durchsetzung einer 'strengen Sexualmoral' erblicken. Ziel ist vielmehr die Ausgestaltung einer spezifischen weiblichen Subjektposition. Der gesamte Argumentationszusammenhang schon der Introduction zielt auf den Nachweis ab, daß Frauen nicht nur bildungsfähig sind, sondern zugleich einen Anspruch auf Bildung haben, der ihnen bislang, d.h. insofern sie auf ein strategisches Wissen über ihr Verhalten in geschlechtlichen Beziehungen festgelegt sind, vorenthalten wird. Mit diesem Gedanken setzen die Überlegungen der Kompilatorin ein:

Being by nature more inclined to such Enquiries as by general Custom my Sex is debarr'd from, I could not resist a strong Propensity to Reading; and having flattered myself that what I read dwelt with Improvement on my Mind, I could not but conclude that a due regard being had to different Circumstances of Life, it is a great Injustice to shut Books of Knowledge from the Eyes of Women. (Ladies Library, vol. 1, 1)

Nun zeigt ein Blick auf die tatsächlichen Quellen der Ladies Library, daß darunter durchaus nicht ausschließlich moraltheologische Schriften sind.8 Interessant ist besonders der Einschluß von Mary Astells Serious Proposal to the Ladies. Als gemilderte Form der Forderungen Astells läßt sich ja schon das grundlegende Argumentationsmuster der Introduction zur Ladies Library verstehen. Die Inanspruchnahme der höheren religiösen und intellektuellen Werte für Frauen gegen deren traditionelle Orientierung auf liebesstrategische Vorteile hin ist charakteristisch für Astells Position.9 Richard H. Dammers hat in einem kurzen Artikel gezeigt, wie aufmerksam in der Ladies Library die übernommenen Passagen editorisch angepaßt werden. Gerade bei den Adaptionen aus Astells Serious Proposal sind vor allem die Forderungen nach besserem Zugang zu Bildung für Frauen übernommen, während Veränderungen der sozialen Lage (etwa der zentrale Aufruf zum Austritt aus der Familie oder den traditionellen Lebensumständen, zum Eintritt in eine klosterähnliche Frauengemeinschaft) herausretouchiert sind.10

Innerhalb welcher Beziehungen hat nun dieses zusammengestellte Wissen seinen Ort? Die Ladies Library hebt sich zunächst markant von anderen verhaltensproblematisierenden Schriften dadurch ab, daß sie sich nicht innerhalb einer wissensvermittelnden (pädagogischen) Beziehung ansiedelt. Nicht eine durch Weisheit, Lebenserfahrung oder fürsorgliche Absicht ausgewiesene Autoritätsfigur vermittelt ihre gesammelten Einsichten zum Unterricht der Unerfahrenen. Eine junge Frau sucht sich selbst die Muster, nach denen sie sich bilden will, wählt einiges aus, lehnt anderes ab. Das Problem, eine andere Person zuallererst für die Aufnahme und Aneignung von bestimmtem Wissen zu disponieren, scheint sich gar nicht zu stellen, da der Text selbst gerade von dieser Bereitschaft der Person seinen Ausgang nimmt.

Nun besteht aber einige Ursache, mit den Zeitgenossen anzunehmen, daß Steele selbst der Hauptverantwortliche für Auswahl und Zusammenstellung der Ladies Library ist.11 Die Fiktion einer jungen Dame, die in einem Akt der Selbstaffirmation dieses Wissen zur Basis ihrer Subjektivierung macht, hat dann genau jene Funktion, Leserinnen für die Aufnahme des dargebotenen Wissens zu disponieren. Für "others of her Sex, who have not the same Opportunities of searching into various Authors, and laying before themselves, by that means, all the different Relations in which they are, or may be engaged" (Ladies Library, vol. 1, A7v-A8r) will Steele ein Subjektivierungsmuster vorgeben, das eine individuelle Position innerhalb zeitgenössisch virulenter Auseinandersetzungen um das Wesen der Frau darstellt. Um als Muster zu fungieren, braucht die Kompilatorin nicht mehr Authentizität und Plausibilität als eine Romanfigur.

Delarivier Manley als Rivella (1714): "ingenious Women"

Delarivier Manley stand lange Jahre in persönlicher, politischer und publizistischer Gegnerschaft zu Richard Steele.12 Ihre öffentliche Selbstrechtfertigung, The Adventures of Rivella; or, The History of the Author of the Atalantis, erschien 1714 im selben Jahr wie die Ladies Library. Unter ganz anderen Voraussetzungen stellt sich dort ebenfalls das Problem der Konzeptualisierung eines weiblichen Ideals.

Manley, Rivella, 1714

Auch Manley umreißt zu Beginn des Textes ihre Position als Frau: Ihr Geschlecht bringt sie in einer männlich dominierten Gesellschaft in eine ungünstige Ausgangslage. Sir Charles Lovemore, der auf Bitten seines französischen Gasts, des Chevaliers D'Aumont, "the history of the author of the Atalantis" berichtet, hebt dies hervor, wenn er seine Erzählung mit den folgenden Worten einleitet:

There are so many Things Praise, and yet Blame-worthy, in Rivella's Conduct, that as Her Friend, I know not well how with a good Grace, to repeat, or as yours, to conceal, because you seem to expect from me an Impartial History. Her Vertues are her own, her Vices occasion'd by her Misfortunes; and yet as I have often heard her say, If she had been a Man, she had been without Fault: But the Charter of that Sex being much more confin'd than ours, what is not a Crime in Men is scandalous and unpardonable in Woman, as she her self has very well observ'd in divers Places, throughout her own Writings. (Manley, Rivella, 7 f.)

Rivella lebt genau wie die Kompilatorin der Ladies Library in einer Gesellschaft, in der geschlechtsspezifische Ungerechtigkeiten herrschen.

Dabei weichen Zielsetzung und Kommunikationssituation des Texts deutlich von der Ladies Library ab: Manley hat eine bei allen Zeitgenossen zumindest teilweise bekannte und berüchtigte Vergangenheit und versucht, ihren Ruf zurechtzurücken, indem sie in einem fingierten Dialog die "Impartial History" ihres Lebens13 verbreitet. Steele dagegen fingiert vermutlich eine junge Dame, die anderen als Vorbild für ihre Subjektivierung dienen soll.

Wenn auch der History of Rivella alles Exemplarische fehlt, hat sie doch mit der Ladies Library gemeinsam, daß die Fragen, in welcher Situation Frauen gesellschaftlich sind, und worin für eine Frau das Erstrebenswerteste besteht, eine bedeutsame Rolle innerhalb ihrer jeweiligen Argumentation spielen. Auch Manley nimmt auf den höheren Wert des Innerlichen und Intellektuellen gegenüber dem Körperlichen und Äußerlichen Bezug. Das Körperliche bleibt dabei weiterhin eine grundlegende Quelle der Anziehung, die durch noch Attraktiveres überboten wird. Der Chevalier D'Aumont besteht auf einer eingehenden Beschreibung von Rivellas Erscheinung: ihrer Leibesfülle, Haare, Haut, Augen, Lippen, Zähne, und so fort wird im Detail gedacht.14 Rivella "is no longer young, and was never a Beauty" (Manley, Rivella, 5), was D'Aumont aber nicht stört; Jugend und Schönheit sind für ihn durchaus nicht die Hauptquellen weiblicher Anziehung. Dies illustriert er am Beispiel von "Madam the Dutchess of Mazarin":

What youthful Charmer of the Sex ever pleas'd to that Height, as did Madam the Dutchess of Mazarin, even to her Death; tho' I am told she was near twice Rivella's Age? Were not all Eyes, all Hearts, devoted to her, even to the last? [...] Last Night I heard Mr. C discoursing of her Power; he was marry'd, as you know, to a Lady perfectly Beautiful, of the Age of Sixteen, who has set a Thousand Hearts on Fire; and yet he tells you, one Night with Madam Mazarin made him happier, than the whole Sex could do besides; which proceeded only (as himself remarks) from her being entirely Mistress of the Art of Love [...] (Manley, Rivella, 5 f.)

Daß sie die Kunst der Liebe vollkommen beherrschte, gab der Herzogin einen unerreichbaren Vorteil auch über die jugendlichste Blüte vollkommener Schönheit. Sicherlich gehört das Bereiten von Genüssen in besonderem Maße zu den Fähigkeiten der Herzogin von Mazarin. Dies ist aber nicht so bemerkenswert wie die Tatsache, daß das Genußbereitende nicht in den traditionellen Elementen der Schönheit und der Jugend angesiedelt ist, sondern in einer speziellen Geschicklichkeit der Frau: in "her being entirely Mistress of the Art of Love". Mit dieser Fähigkeit erwirbt und erhält sie das Ansehen, in dem sie steht.

Es sind "ingenious Women", von denen für D'Aumont die maximale Anziehungskraft ausgeht, und so kann er sein Interesse für Rivella auch begründen, indem er sie der gelehrten Madame Dacier an die Seite stellt.

Condemn not my Curiosity, said [D'Aumont], when it puts me upon enquiring after the ingenious Women of your Nation: Wit and Sense is so powerful a Charm, that I am not ashamed to tell you my Heart was insensible to all the fine Ladies of the Court of France, and had perhaps still remain'd so, if I had not been softned by the Charms of Madam Dacier's Conversation; a Woman without either Youth or Beauty, yet who makes a Thousand Conquests, and preserves them too. (Manley, Rivella, 2)

Auch die Gegenposition, die (wie in der Ladies Library) das Geistige mit der Keuschheit korreliert und den Bezug auf Leidenschaften und Geschlecht von einer auf Eroberungen ausgehenden Eitelkeit dissoziiert, wird im Text formuliert. Sir Charles Lovemore wendet ein:

I have often admir'd her Learning, answer'd Lovemore, and to such a Degree, that if the War had not prevented me, I had doubtless gone to France to have seen amongst other Curiosities, a Lady who has made her self admired by all the World: But I do not imagine my Heart would have been in any Danger by that Visit, her Qualifications are of the Sort that strike the Mind, in which the Sense of Love can have but little Part: Talking to Her is conversing with an admirable Scholar, a judicious Critick, but what has That to do with the Heart? If she be as unhandsom as Fame reports her, and as learned, I should never raise my Thoughts higher than if I were discoursing with some Person of my own Sex, great and extraordinary in his Way. (Manley, Rivella, 2 f.)

Daß in geistigen Dingen die Wirkungen des Geschlechtsunterschieds nicht spürbar und daß die seelischen Bestrebungen unabhängig vom Geschlecht der Personen seien, ist eine Ansicht, welcher D'Aumont, dessen Herz nach eigener Aussage ja gerade erst im Umgang mit der Gelehrten für weibliche Reize empfänglich wurde, vehement entgegentritt. Sir Charles Lovemore erntet einen Verweis ob seiner Unerfahrenheit und die Aussicht auf Erzählungen, die ihn eines Besseren belehren werden:

You are, I find, a Novice, answer'd D'Aumont in what relates to Women; there is no being pleas'd in their Conversation without a Mixture of the Sex which will still be mingling it self in all we say. Some other time I will give you a Proof of this, and do myself the Honour to entertain you with certain Memoirs relating to Madam Dacier, of the Admiration and Applause she has gain'd, and the Conquests she has made; by which you will find, that the Royal Academy are not the only Persons that have done her Justice; for whereas they bestow'd but the Prize of Eloquence, others have bestow'd their Heart [...] (Manley, Rivella, 3)

"Ingenious Women" unterscheiden sich von keuschen Frauen nicht vor allem dadurch, daß sie ihre sexuellen Wünsche ausleben, während die keuschen Frauen ihre Sexualität unterdrücken. Von Freiheit ist in den Texten gar nicht die Rede. Der Unterschied liegt eher in der Tatsache, daß in der Ladies Library jede Frau schon aufgrund ihres Geschlechts mittels der im Frömmigkeitshandbuch vorgezeichneten Keuschheitshandlungen in Bezug zu einer als Bestandteil ihrer Identität verstandenen Geschlechtlichkeit gesetzt wird. In Rivella dagegen wird die Wirkung von Verhalten im Zusammenhang mit der Spezifität der Person analysiert; deren Geschlecht entfaltet erst im Kontext ihres besonderen Genies seine Wirkung. Auf diese Weise gehen beide Texte (sei es durch die Keuschheitshandlungen, sei es, daß "the Sex [...] will still be mingling it self in all we say") an den von ihnen fokussierten Punkten von einer permanenten Referenz auf das Geschlecht aus.


  1. Vgl. Taylor, Holy Living, 73 ff. und Whole Duty of a Woman 1695: 9 ff.
  2. Vgl. Whole Duty of a Woman 1695: 44 ff.
  3. The Whole Duty of a Woman: Or, an infallible Guide to the Fair Sex. Containing Rules, Directions, and Observations, for their Conduct and Behaviour through all Ages and Circumstances of Life, as Virgins, Wives, or Widows. With Directions, how to obtain all Useful and Fashionable Accomplishments suitable to the Sex. In which are comprised all Parts of Good Houswifry, particularly Rules and Receipts in every Kind of Cookery. [...]To which is added, Bills of Fare for every Month in the Year, curiously engraven on Copper Plates, with the Form of Tables and Dishes, and the Sahpes of Pies, Tarts, and Pasties. With Instructions for Marketing. Also Rules and Receipts for making all the choicest Cordials for the Closet: Brewing Beers, Ales, &c. Making all Sorts of English Wines, Cyder, Mum, Mead, Metheglin, Vinegar, Verjuice, Catchup &c. With some fine Perfumes, Pomatums, Cosmeticks and other Beautifiers, London: T. Read, 1737.
  4. Die Kapitel II bis VI ("Of Meekness", "Of Modesty", "Of Compassion", "Of Affability" und "The Duty of Virgins") sind mit leichten Variationen aus The Ladies Calling genommen, die Kapitel VII bis X bringen in leicht veränderter Gruppierung die Ratschläge etwa der zweiten Hälfte von Advice to a Daughter (AD 29-46 mit Ausnahme der Schlußabsätze). Kapitel XI ("Of Wives") stützt sich wieder auf die entsprechenden Passagen von The Ladies Calling, ebenso wie Kapitel XIV ("Of Widows") einschließlich der Schlußbetrachtung Allestrees, die um einen weiteren Absatz ergänzt wird. "Of Wives" enthält allerdings auch eine längere von mir nicht identifizierte Passage über die Eifersucht (Whole Duty of a Woman 1737: 112 ff.) und nimmt kurz vor Ende des Kapitels Bezug auf Halifax und "his curious Treatise, called, Advice to a Daughter ". Es schließt mit der Passage, in der Halifax das Problem der ehelichen Untreue diskutiert (AD 11 f.). Nun setzt die Whole Duty of a Woman mit "Of a Wife's Behaviour to a Drunkard" eine neue Überschrift und übernimmt den Rest des Abschnitts "Husband" aus Advice to a Daughter (vgl. AD 11-19) als Kapitel XII, sowie den Abschnitt "House, Family and Children" als Kapitel XIII (vgl. AD 20-27).
  5. Nancy Armstrong (1987) hat diesen Prozeß unter dem Stichwort des "rise of the domestic woman" dargestellt. Sie hat allerdings mit dem Young Ladies Companion von 1740 (vgl. oben S. 11 f.) ein ungeeignetes Dokument als Beleg gewählt: "The table of contents for The Young Lady's Companion or, Beauty's Looking Glass, which was written in 1740", so schreibt sie, "demonstrates a typical mix of topics drawn from courtesy literature as well as from the practical handbooks: 1. Religion, 2. Husband, 3. House, Family, Children, 4. Behaviour and Conversation, 5. Friendships, 6. Censure, 7. Vanity and Affectation, 8. Pride, 9. Diversions. At this point in history, the social differences implicit in the different materials that went into conduct books have faded" (Armstrong 1987: 67). Weder das Werk noch sein Inhaltsverzeichnis eignen sich für die Beweisführung, an der Armstrong gelegen ist, denn sie stimmen Schritt für Schritt mit den neun Abschnitten von Advice to a Daughter überein, dessen "great popularity for nearly a century" (62) Armstrong eben noch betont hat, und stammen demnach aus dem Jahr 1688. Daß sie in der Folge Passagen aus den Seiten 113 und 115 dieses Texts (vgl. Armstrong 1987: 72) zu zitieren angibt - der Young Lady's Companion hat lediglich 68 Seiten -, könnte darauf hindeuten, daß es sich um eine Verwechslung mit einem (von mir nicht eingesehenen) Lady's Companion [...] (London: T.Read, 1740, pp. 694) handelt, dessen Umfang eher darauf schließen läßt, daß es sich um einen "typical mix" handelt.
  6. Der British Library Catalogue führt Jeremy Taylors Enkelin Mary Wray mit einem Fragezeichen als mögliche Verfasserin an, und auch Mason (1935: 210) spricht von dieser Möglichkeit.
  7. Der Verleger von Taylors Holy Living and Dying glaubte angesichts des Ausmaßes der Übernahme dieses Textes Grund zur nachdrücklichen Klage zu haben. Vgl. Dammers (1983), p. 530 f.
  8. Nach Aitkens Life of Sir Richard Steele (1889), vol. 2, p. 40 gehören dazu: The Whole Duty of Man, The Ladies Calling, The Government of the Tongue, Lockes Thoughts on Education, Mary Astells Serious Proposal to the Ladies, Halifax' Advice to a Daughter, Fénélons Education of a Daughter, Taylors Holy Living, Fleetwoods Relative Duties of Parents and Children, Lucas' Practical Christianity und Enquiry after Happiness, Scotts Christian Life, Tillotsons Sermons (zitiert nach Mason 1935: 350, Anm. 123 zu p. 210).
  9. Vgl. z.B.: "Let us learn to pride ourselves in something more excellent than the invention of a Fashion; And not entertain such a degrading thought of our own worth, as to imagine that our Souls were given us only for the service of our Bodies, and that the best improvement we can make of these is to attract the Eyes of Men" (zitiert aus Hill 1986: 141)
  10. Dammers verweist auf die Übereinstimmung der Ziele der Kompilatorin mit Steeles Frauenideal, das er im Anschluß an Blanchard (1929) als "a conservative attitude toward the roles of wife and mother and a progressive attitude toward women's intellectual pursuits" (1983: 534) charakterisiert.
  11. Vgl. Dammers (1983), p. 530 f.
  12. Zu der frühen Freundschaft der beiden und der Entfremdung, die zu gegenseitigen öffentlichen Angriffen führte und in einer späten Versöhnung mündete, vgl. Morgan (1986), p. 106-119 sowie Ballaster (1992), p. 121.
  13. Dabei wird häufig mit großer Pedanterie der angegriffene Ruf von Mrs. Manley auf den Undank und die Ungerechtigkeit der Welt zurückgeführt.
  14. Vgl. Manley, Rivella, 8-10.