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[Rost, Johann Leonhard =] Meletaon,
Die Helden-und Liebes-Geschichte dieser Zeiten, welche sich bey dem verwichenen Spanischen Successions-Krieg hin und wieder in Europa zugetragen (Nürnberg: J. L. Buggel, 1715).

[Johann Leonhard Rost =] Meletaon, Die Helden-und Liebes-Geschichte dieser Zeiten, welche sich bey dem verwichenen Spanischen Successions-Krieg hin und wieder in Europa zugetragen (Nürnberg: J. L. Buggel, 1715).

Die| Helden-und Liebes-|Geschichte| dieser Zeiten.| Welche sich| bey dem verwichenen| Spanischen| SVCCESSIONS-Krieg/| hin und wieder| in| EVROPA| zugetragen.| Der| Tugendhaften/| CVRIEVSEN und GALANTEN| Welt| in einem| ROMAN| with engravings| ausgefertiget:| von| MELETAON.| [rule]| Nürnberg/| Verlegts Joh. Leonhard Buggel/ Buchhändler. 1715.

Description

[2 pts. one pagination, with 16 engravings] engravedtitlepage [antik-allegorisch: Amor beschriftet Sarkophag, vornehmer römischer Soldat diktiert ihm; auf dem Monument sich niederlegend: die Zeit als Greis mit Sense und Flügeln]/ p.[i] black and red titlepage/ p.[iii-xiii] preface/ p.[xiv] Works by Meletaon with Venda and a book on writing letters to appear soon/ p.1-568/ p.569-1432/ 8.

Shelf-markslink

{21: DK.XI.135.R} {NA:KMK:}.

Bibliographical Reference

G. Dünnhaupt (1990-93), p.3507: 16.

Author

Meletaon, i.e. Johann Leonhard Rost (1688-1727).link

Remarks

Vorrede mit Anknüpfung an Menantes Europäische Höfe (1705); Nennung diverser Quellen, aus denen die "Helden-" und zuweilen auch die "Liebes-Geschichte" gespeist sei, die darüber hinaus jedoch komplett von Meletaon erfunden sei; nicht Franzosen, nicht Katholiken wolle er angegriffen haben. Repetetives Muster in Organisation und Inhalt nach: La Guerre d'Espagne (1707).link Der Protagonist hier unter dem Namen de Rebenac. - Klar geschieden: der Krieg und die Liebe an verschiedenen europäischen Schauplätzen (Wien, Spanien, Frankreich, Holland, Span. Niederlande, England, Dresden, Leipzig, Prag). Der Krieg, 178 der 1432 Seiten: 24 Resümees "ernsthafte Geschichte" vermehrt ab Thl. 2; kaisertreu, ohne den Zynismus des frz. Vergleichsbuchs. Die Liebe: lokal colorierte Intrigen-Novellen mit auffällig hohem Anteil an Frauentragödien: ein Cammer-Mägdchen macht sich zum Werkzeug der Intrige eines Mannes, der es auf ihre gräfliche Herrin abgesehen hat und endet in Prostitution und als Kindsmörderin unterm Schwert; eine Gelehrtentochter von wollüstiger Romanlektüre zur Liebe bewegt und von ihren Amanten nur betrogen, stirbt als reuige Sünderin mit Verfluchung der Romane; eine junge Adelige nach Abtreibung in Melancholie; eine Kaufmannsgattin endet, von ihrer Stieftochter und deren adeligem Gönner und zukünftigen Gatten der Untreue zu ihrem Mann zu genüge überführt, im Zuchthaus; mehrere werden von Ehemännern ermordet; eine Maitresse richtet eine Nebenbuhlerin und den durch Liebstrunk auf diese fixierten ehemaligen Amanten hin - Anlässe zu moralischen Resümees, bei denen immer auch die Ausweglosigkeit erwogen wird, in der sich solche Frauen gesehen haben mögen, in denen aber auch gegen die Maitressenwirtschaft des Adels gewettert wird. Die Moralen werden seltener, zumal auch Geschichten eingefügt werden wie des de Rebenac von Nonnen, die aus Klöstern entführt wurden, oder von seiner Not, da er heimlich von seinen beiden Maitressen beherbergt, nachdem er mit ihnen im Bett zu Gange war, mit ihnen zusammen einer Lebensmittelvergiftung anheimfiel und nun nicht mehr aus ihrem Haus konnte. Mars und Venus in Konkurrenz und kaum Interaktion beider Bereiche; einige Männer finden im Krieg ein gerechtes Ende, die beiden Söhnen Ludwigs XIV. werden mit je einer verhinderten Amour lächerlich gemacht. Ein Protagonist agiert gar p.222: seine profitable Liebes-Intrige in expliziter Alternative zu einer militärischen Karriere. Abruptes Ende in einer Liebesgeschichte mit in der letzten Zeile herbeigeholter Verbindung der Handlungsräume: da kommt der Ersehnte Geliebte in Marlboroughs Gefolge nach England zurück.

o.s.